Eiszeit im Kirnitzschtal und Ungehacktes

Klirrende -9,8°C misst die Kachelmannsche Wetterstation an diesen Sonntagmorgen bei der Neumannmühle im Kirnitzschtal. Beste Voraussetzung für eine kleine Bergtour mit Freunden in der Felsenheimat.

Wir starten an der Buschmühle und laufen entlang der Kirnitzsch, die mit den grün leuchtenden Wasserpflanzen einen schönen Kontrast zum frostigen Ufer bildet. Hoch auf den Teichstein, wo uns die strahlende Sonne begrüßt und den Großen Zschand mit Licht flutet.

Kirnitzsch

Kein Kalenderbild

Der Ausblick vom majestätischen Teichstein ist besonders. Man schaut von weit oben herab auf eine Wildnis aus Felsen und Bäumen. Der Blick hinab über das einstige Waldgebiet hinterlässt allerdings gemischte Gefühle. Um 10 Uhr ist die Sonne gegen den Zschand schon zu grell. Deshalb müssen die angestrahlten Lorenzsteine und der kantige Kanstein als Motiv herhalten.

Lorenzsteine

Als nächstes ist die Goldsteinaussicht dran. Während wir auf dem Teichstein noch einigen Mitwanderern begegnet sind, ist das am restlichen Tag hier hinten sehr übersichtlich. Wir begegnen nur noch einer Handvoll Leute. Das liegt sicher auch an der wegen Bauarbeiten gesperrten Zeughausstraße. Bisher waren die Hauptwanderwege alle tipptopp frei und begehbar. Das änderte sich dann allerdings rapide mit abbiegen auf den Bergpfad.

Ungehackt

Über den „gehackten Weg“ wollten wir Richtung Marienhöhle absteigen. Der machte seinen Namen allerdings keine Ehre und man landet abrupt in einem Borkenkäfer“wald“, der grusliger kaum sein kann. Das letzte sägen scheint länger her zu sein. Der Besuch des AP Bärfangkanzel gestaltet sich zum Hürdenlauf. Bei starkem Wind möchte ich da lieber nicht lang gehen… Erst jetzt im Nachhinein sehe ich, dass auf der website der Nationalparkverwaltung dieses Wegstück als „unpassierbar“ deklariert ist. Vor Ort hat man das nicht wahrgenommen, denn diese „Achtung Baumsturzgefahr“-Schilder stehen ja an jeder Ecke im Nationalpark.

Gehackter Weg

Königsweg und Quenengrund sind dann wieder frei begehbar. Aber im Heringsloch liegt links und rechts Brennholz in Dimensionen, dass mehrere Orte durch den Winter kommen würden. Das verrottet auch in 100 Jahren nicht. Ich bin da draußen auch noch niemanden begegnet, der das anzweifelt. Es betrübt einen einfach immer wieder, wenn man in der Kernzone unterwegs ist. Na Hauptsache, die haben im Zeughaus bald maximal schnelles Internet.

Man muss sich die schönen kleinen Lichtblicke am Wegesrand suchen. Bemooste Felsen. Späte Pilze. Eiszapfen. Alte Forstmarkierungen. Standhafte Riffkiefern. Die ganzen kleinen Dinge.

Zum Abschluss noch ein kurzer Stopp am Lichtenhainer Wasserfall, den zwei Tage Dauerfrost bereits einen eisigen Antlitz verschafft haben. Zuende geht die erste Wintertour dieser Saison im Sandstein.

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