Heimische Tierwelt 2025

Im Jahr 2025 standen ein paar andere Dinge in meinem Fokus, die das Wort „Felsenheimat“ vielleicht nicht gleich auf Anhieb implizieren würde. Ich war in meiner Freizeit sehr viel mit dem Teleobjektiv draußen unterwegs um Tiere zu fotografieren und ein paar Schnappschüsse möchte ich hier teilen.

Ciconia nigra – Schwarzstorch

Schwarzstorch

In den Osterzgebirgstälern gibt es mehrere Schwarzstorchreviere, die sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt haben. Ich hatte das Glück, eine Familie über mehrere Wochen hinweg beim Aufwachsen zuzusehen. Dass die Tiere mir schnell ans Herz gewachsen sind, muss ich wohl nicht betonen… Leider muss der Schwarzstorch immer wieder für kontroverse und wenig zielgerichtete Naturschutzmaßnahmen herhalten. Ein schöner Artikel zur Situation um den Schwarzstorch in der Sächsischen Schweiz ist im aktuellen 42. Heft der Sächsischen Schweiz Initiative („SSI-Heft“) zu finden.

Muffelwild

Mufflonherde

Man könnte vielleicht auf den ersten Blick meinen, das Bild wurde in der eurasischen Steppe aufgenommen… Aber nein – diese Herde erwischte ich beim äsen im Erzgebirgsgrenzgebiet unweit von Berggießhübel.

Mufflons entstammen aus den Mittelmeerinseln Korsika/Sardinien und wurden ursprünglich zu königlichen Jagdzwecken vor über 100 Jahren in vielen europäischen Gegenden angesiedelt. Um Göppersdorf, Liebstadt und Bad Gottleuba herum gibt es eine stabile Population. Manchmal trifft man Einzeltiere, wobei die große Herde relativ standorttreu ist (darf nur der „böse“ Wolf nicht wissen – hoffe der liest hier noch nicht mit).

Im Fluss

Bahra

Es gibt wohl kaum etwas Schöneres, als entlang eines rauschenden Gebirgsbaches zu wandern. Wenn dann noch so ein wilder Charakter mit kleinen Kaskaden und Felsen hinzukommt, ist das allein schon ein Hochgenuss. Erwähnt sei hier der Liebethaler Grund, die Wesenitz, Polenz oder Kirnitzsch. Aber auch die Osterzgebirgstäler haben ihren besonderen Reiz. Um die Tiere beobachten zu können muss man nicht erst in die entlegensten Winkel des Nationalparks abtauchen. Man trifft sie auch im urbanen Raum, zwischen Industrie und Straßenverkehr nebenan oder an den von manchen Naturschützern „verteufelten“ Talsperren. Aber im Nationalpark ist es natürlich auch schön…

Wasser ist nicht nur unsere Lebensader, sondern auch ein sehr spezieller Lebensraum, den sich einige Vogelarten besonders zu eigen gemacht haben. An jeden größeren Fluss im Elbsandstein- und Osterzgebirge kann man mit etwas Glück folgenden Gewässerspezialisten begegnen:

Wasseramsel

Wasseramsel

Eines meiner Lieblingsmotive. Hockt gern auf Steinen mitten im Wasser und versprüht Lebensfreude, indem sie ganz eigentümlich mit dem Hinterteil wippt und sich sogar im tiefsten Winter gern in die reißenden Fluten stürzt.

Gebirgsstelze

Gebirgsstelze

Die leuchtende Verwandte der noch viel häufiger anzutreffenden Bachstelze nutzt auch gern „verbaute“ Gewässer und Ufermauern zum Brüten.

Eisvogel

Eisvogel

Der fliegende Edelstein ist in den letzten Jahren wieder häufiger an unseren Gewässern anzutreffen, was für eine steigende Gewässergüte spricht. Allerdings ist er auch der scheuste Geselle unter den drei Arten und trotz seines farbigen Gefieders schnell zu übersehen, wenn er auf Ästen oder im Schilf sitzt. Meist sieht man ihn einfach flach über dem Gewässer vorbeifliegen.

Flugsaurier

Graureiher

Überall wo es Fische gibt, ist der Graureiher auch nicht weit. Seine Größe, Erscheinungsbild und behäbige Flugweise erinnert mich irgendwie an Flugsaurier aus alten Dinofilmen.

Grus grus

Kraniche

In der Ecke im Wohnzimmer steht so ein altes Buch, wo alle Vogelarten erklärt sind, was ich gern als Kind gelesen habe.  Zum Kranich steht dort: „Brüten hauptsächlich in den Feuchtgebieten des norddeutschen Tieflands“. Pustekuchen. Sicherlich auch den wärmeren Wintern geschuldet brüten mittlerweile mehrere Kranichpaare sowohl in der Sächsischen Schweiz als auch im Osterzgebirge. Sogar bis weit oben auf 700 m. Das Foto entstand auf einer Wiese nahe Bärenstein. Und sogar jetzt im November ist mir einer im Bahratal begegnet. Da war ich völlig baff. Vielleicht weiß er, dass erneut ein milder Winter kommt? Auf jeden Fall ist es eine Ehre, einen der majestätischsten und größten Vögel der Erde immer häufiger auch in unserer Region begrüßen zu können.

Das war ein kleiner Einblick in die heimische Fauna, die mir dieses Jahr bei meinen „Streifzügen“ mit etwas Glück vor die Linse gekommen ist.

Ich wünsche allen Natur- und Wanderfreunden eine schöne Weihnachtszeit.

Entwicklung Schwarzstorchküken 9.6./22.6./20.7.

4 Kommentare

  1. Herrliche Fotos und Motive, vielen Dank fürs Zeigen! Da steckt bestimmt eine Menge Zeit und Aufwand dahinter, diese Tiere zu beobachten und dann auch noch den richtigen Moment für die Aufnahme zu erwischen. Aber die Geduld hat sich gelohnt. Im Lausitzer Gebirge, z.B. am Kaltenberg, kann man Gämsen beobachten, wenn der Zufall mitspielt. In Berggießhübel und Bad Gottleuba waren wir schon mehrfach im Urlaub, Giesensteine, Zehistaer Wände, Panoramahöhe, Gottleuba-Talsperre und Forellensteig usw., aber das mit den Mufflons wußte ich noch nicht, wieder ein Grund, mal hinzugehen. Im Bielatal haben wir mal einen Graureiher gesehen. Und im Frühjahr beobachte ich immer die Brut und die Aufzucht der Wanderfalken auf dem Schornstein in Decin, mitten in der Stadt, da gibt’s oben neben dem Nistkasten eine Live-Webkamera. Interessanterweise sind viele Tiere nicht bloß in einsamen Gegenden zu beobachten, sondern besonders dort, wo viele Menschen in der Nähe sind.

    • Danke Roland! Geduld brauch man auf jeden Fall. Aber ich bin auch keiner, der irgendwo stundenlang hockt und abwartet, sondern eher Pirsche. Im Kaltenberggebiet und um Windisch-Kamnitz habe ich auch schon Gämsen gesehen, aber noch nicht so schön fotografieren können bzw. nicht das „große“ Equipment dabei gehabt. Falken stehen definitiv noch auf meiner To-Do-Liste – möchte ich nächstes Jahr angehen. Wenn du mal wieder in der Gegend um Berggießhübel bist, empfehle ich dir wärmstens einen Besuch des „Schärflings“ mit Gipfelklippe bei Göppersdorf. Allerdings besser Sonntags, denn dann ist der Lärm von der nahen A17 aufgrund der ruhenden LKW’s nicht ganz so störend.

  2. Danke für die schönen Fotos und Kurzberichte von Deinen Streifzügen im Osterzgebirge. Es gibt so viele positive Entwicklungen. Gerade die Populationen von Schwarzstorch und Wanderfalke haben sich in ganz Sachsen den letzten Jahrzehnten gut entwickelt und stabilisiert. Das betrifft auch die Teilpopulationen der sensiblen Felsbrüter in der Sächsischen Schweiz. Die Schutzkonzepte mit flexiblen Sperrungen während der Brutzeit sind seit vielen Jahren gemeinsam von Ornithlologen, Wanderern und Kletterern etabliert und erfolgreich. Die Artikel zu Schwarzstorch und Wanderfalke im aktuellen SSI-Heftvsind auch online verfügbar:: https://bergsteigerbund.de/verein/natur-umwelt/saechsische-schweiz-initiative/aktuelle-ausgabe-des-ssi-heftes/
    Ein Dank geht an alle langjährigen Beobachter und ornithologischen Artbetreuer (z.B. Uli Augst), haupt- und ehrenamtliche Ranger, die die Beobachtubgsdaten zu diesen Arten erfassen und zusammentragen sowie Wanderer, Kletterer und Naturliebhaber, die mithelfen, dass sich diese Arten auch ohne pauschale Sperrungen bei uns wohlfühlen.

  3. War mir auch neu, dass wir so viele Mufflons bei uns haben. Ein einzelnes, bestimmt männliches großes Tier haben wir mal vor ca. 15 Jahren im Winter hinten in der tiefverschneiten Weberschlüchte getroffen. Es hatte uns nicht gehört, aber wir hatten es zwischen den Bäumen eher gesehen und der Wind stand jedenfalls für uns günstig. Es kam uns ganz verträumt und gemächlich mitten auf dem Weg entgegen, blieb dann 20 Meter vor uns stehen, hob den Kopf höher um die Störenfriede genauer zu betrachten … dann war es mit großen Sprüngen den Hang hoch verschwunden. Ging zu schnell um einen trägen Knipser zu machen.

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