10 bis 15cm Neuschnee in der Sächsischen Schweiz UND strahlender Sonnenschein: Diese Kombination ist selten geworden! Freitag war so ein Tag. Und dieses „Ereignis“ wollte ich nicht ungenutzt vergehen lassen, zumal die Wettervorhersagen schon wieder massives Tauwetter mit Regen am Wochenende vorhersagten. So machte ich mich zusammen mit einen Wanderfreund vom Kirnitzschtal (Nassen Grund) auf den Weg nach oben zum Carolafelsen unter Nutzung gemäßigter Wege aufgrund der speziellen Witterungsbedingungen.
Erste kleine Überraschung war die als Unpassierbar deklarierte Eulentilke. Auf dem Schild wurde der Jordan als Umgehung empfohlen. Wir versuchten es trotzdem, da es im Herbst ja auch ging. Im oberen Bereich lag ein Baum komisch quer – da sieht es an vielen anderen Stellen weitaus schlimmer aus. An der Wanderautobahn hat man kurz vor dem Abzweig der zahmen Hölle eine wunderbare Sichtachse zum Falkenstein, der an dieser Stelle weitaus imposanter wirkt, als von weiter oben.
Für den winterlichen Aufstieg auf die nächste Etage wählten wir den Höllweg aus, auch „zahme Hölle“ genannt. Der Weg ist heutzutage unmarkiert, aber im Vergleich zur „Wilden Hölle“ deutlich einfacher zu begehen und unverändert einer der wichtigsten Rettungswege im Gebiet der Affensteine. Wer alte Karten im Schrank liegen hat wird feststellen, dass es früher der markierte Aufstieg zur Oberen Affensteinpromenade, bzw. zum Carolafelsen war. Leider lagen an zwei Stellen große Bäume im Weg, sodass die Umgehung etwas müßig war. Die Bergwacht wäre mit Trage nicht vorbeigekommen, aber das nur am Rande. Wir hatten Zeit – es ging schon.
Auf den letzten Metern wurden schnell noch die Grödel angeschnallt, um die paar geländerlosen Steinstufen unfallfrei auf das traumhafte Plateau des Carolafelsen zu gelangen, und endlich diese grandiose Aussicht gepaart mit den wärmenden Sonnenstrahlen einzuatmen. Wir sind schon im Winter häufiger in den Affensteinen unterwegs gewesen – aber noch nie bei so einer traumhaften Winterstimmung.
Anfangs dachten wir noch, es ist Freitag niemand weiter im Gebirge unterwegs. Aber spätestens am Abzweig Reitsteig/Carolafelsen trifft man auf Mitwanderer. Es sind ja auch Schulferien. An schönen Wochenenden und in der Wandersaison sind hier natürlich ganz andere Massen unterwegs, da ist der Carolafelsen nicht gerade mein erster Anlaufpunkt 🙂
Der weitere Weg führte uns noch zu einer Aussicht am Reitsteig, bevor wir wieder über den Zurückesteig eine Etage nach unten wandern/schlittern. Im Hinterkopf, dass im fortgeschrittenen Winter so ein Tag nicht mehr wieder kommt habe ich dann noch so viele Aussichten wie nur möglich abgeklappert – mit der Einschränkung, dass man schauen muss, wo man ungefährdet hinkommt. Am Nachmittag ging es dann die Lehne abwärts und auf die Hohe Liebe hinauf um eine andere Perspektive von oben auf die verschneiten Affensteine zu erhalten. So neigte sich der Tag dem Ende – vollgesogen mit wunderbaren Impressionen und einer vollen Speicherkarte.
Bildergalerie
- Eulentilke unpassierbar?
- Falkenstein
- Höllweg kurzzeitig schwierig
- Rohnspitze und Dom
- Winterstimmung
- Aufstieg über Reitsteig zum Carolafelsen
- Ausblick Carolafelsen
- Carolafelsen
- Blick in den Talkessel des Gr. Doms
- Blick über Höllwand zu den Tafelbergen
- An der Fluchtwand
- Schneeberger Aussichten
- Großer Winterberg
- Winterstimmung am Zurückesteig
- Zurückesteig
- Zurückesteig
- Zurückesteig
- Falkoniergrund
- Zapfen oberhalb der Rotkehlchenstiege
- Lorenzwände
- Breite-Kluft-Aussicht zu Rauschenstein und Rosenberg
- Aufstieg Hohe Liebe
- Hohe Liebe
- Affensteine von der Hohen Liebe
- Bloßstock
































Traumhafte Bilder, gute Sicht, verschneite Felsen und unberührter Schnee. Einmalig. Da habt ihr wirklich Glück gehabt mit dem Wetter. Beim Bild „Ausblick Carolafelsen“ ist am linken Rand eine Tierspur zu sehen. Und bei „Großer Winterberg“ ist hinten rechts auf dem Felsriff sogar das Kleine Loch vom Felstor oberhalb vom Sprunghorn zu sehen. Vielen Dank fürs Zeigen!