Alles im Fluss

Kaskaden

Das trübe frühherbstliche Wetter habe ich heute für eine kleine Fototour an zwei Flüssen genutzt: Bahra und Gottleuba. Am Rande der Sächsischen Schweiz gelegen kann man hier in Ruhe der Fotoleidenschaft nachgehen. Ich bin zugegeben nur ganz selten mit Stativ unterwegs. Zu Gunsten der Variabilität. Die Tiefenschärfe bleibt Freihand auf der Strecke. Und gerade bei schwachem Licht in Tälern sind meine Fotos dann weniger qualitativ hochwertig. Aber so ist das eben: Entweder man geht wandern und fotografiert nebenbei. Oder man nimmt sich viel Zeit für die Motive.

Heute war es mal soweit. Um ehrlich zu sein, es war das erste Mal, dass ich mir die Zeit genommen habe mit Stativ viele Aufnahmen zu machen. Die Zeit verging wie im Fluge. Wasserrauschen. Satte grüne Farben ringsum vom vormittäglichen Gewitter. Je länger man unterwegs ist, erscheinen immer mehr Motive. Warum habe ich das nicht schon viel eher gemacht? Ich weiß es nicht.

Die Gottleuba unterhalb Berggießhübel ist wild. Im Flussbett liegen große Sandsteinblöcke. Einige davon tragen eiszeitliche Strudellöcher in sich. Der Forellensteig schlängelt sich zwischen Zwieselbrücke und Ortseingang Berggießhübel 1 Kilometer entlang der Gottleuba. Man ist zwar nur wenige Meter unterhalb der Talstraße. Aber es reicht aus, um hier ein großartiges Stück Natur zu erleben. In mehreren kleinen Kaskaden stürzt die Gottleuba hinab und zaubert reizende Motive, die zu jeder Jahreszeit lohnend sind.

Wespennest

Etwas anders beschaffen ist das Bahratal, knapp oberhalb der Einmündung in die Gottleuba. Hier gehen nur unmarkierte Wege am Ufer entlang. Es hat aber mittlerweile einen überregionalen Bekanntheitsgrad als einziges Bouldergebiet der Sächsischen Schweiz. „Bouldertal“. Die Sportler toben sich aber weiter oben aus. Am Fluss hat man meist seine Ruhe. Beim Rundgang durch die Felsen fiel mir noch ein ungewöhnliches Detail ins Auge: Knapp oberhalb einer Boulderroute haben sich Wespen ein Nest an den Sandstein gebaut. Hab ich an so einer Stelle  auch noch nicht gesehen. Meist bauen die eher im Holz. Am Abend hat mich dann Donnergrollen aus den Tälern vertrieben… sonst wäre ich wahrscheinlich bis Sonnenuntergang immer auf der Suche nach neuen Motiven geblieben.

Ein Kommentar

  1. Peter Zimmermann

    Markus, das Zeit nehmen hat sich ja gelohnt. Und mach dir mal keine Gedanken über ein paar ausgelassene Fotos.
    Ich stehe auch immer vor der Entscheidung, gehe ich 13 km und sehe viele Bilder, oder schleppe ich 13 kg für ein paar wenige Bilder auf wenigen Metern. Das sehe ich nicht so verbissen und entscheide nach Lust und Laune.

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